08.05.2009
Fast hätten wir den Papst getroffen…
Heute ging es wieder Richtung Norden fast bis an die jordanisch-syrische Grenze. Eigentlich wollten wir den Großraum Amman meiden, aber irgendwie haben uns sämtliche Straßen nach Amman, das sich heute besonders herausgeputzt hatte (schließlich soll ja der Papst kommen, so waren heute alle Einfallsstraßen nach Amman nicht nur vom Militär überwacht, sondern überall wehte neben der jordanischen auch die Flagge des Vatikan) hineingeführt und eh wir uns versahen, manövrierten wir Womby mitten durch die engen Gassen von Amman Downtown. Heute am Freitag (=Sonntag!) war ziemlich viel los: so eine Art Flohmarkt war wohl in den gesamten Gasse; jedenfalls wurde alle möglichen Waren auf der Straße ausgebreitet und zum Kauf angeboten. Langsam bahnten wir uns den Weg durch das Menschen- und Warengewühl und, siehe da, plötzlich standen wir vor dem römischen Theater, einer der Hauptsehenswürdigkeiten von Amman. Aber wohin mit Womby? Die freundliche Touristenpolizei hat wohl unsere Notlage erkannt und winkt uns kurzerhand auf den Gehsteig; hier lässt es sich gut parken: direkt vor dem Eingang und unter den wachsamen Augen des Polizisten. Gemütlich schlendern wir durch das römische Theater, das einst 6000 Menschen Platz bot. Zwei kleine Museen über jordanische Lebensweise (Schmuck, Kleidung und Gebrauchsgegenstände der Beduinen) lohnen ebenfalls einen Abstecher. Den Papst haben wir leider nicht getroffen, aber einen Hauch von Rom haben wir ja gespürt…






09.05.2009
Tanz auf dem Vulkan…
Wir verlassen Jordanien und erreichen, nach einem wiederum problemlosen Grenzübertritt, eine „eitel große und feste Stadt“, in der einst viele Juden lebten (1 Makkabäer 5,26): Bosra. Die zum UNESCO Welterbe ernannte Stadt, wird schon in der Bibel im 2. Jh. v. Chr. erwähnt und hat ihren Beinamen „altes Damaskus“ verdient. Nicht viele Touristen verirren sich heute in die Stadt, die in der fruchtbaren Nuqra-Ebene südöstlich von Damaskus liegt (hier werden auch die Trauben für den Arak-Schnaps gewonnen). Wir starten unseren Rundgang durch die Stadt am beindruckenden römischen Theater mit seinen 15000 Sitzplätzen. Auffallend ist in Bosra, dass die Einheimischem mitten in den Ruinen aus römischer und teilweise nabatäischer Zeit wohnen: die antiken Säulen werden einfach in Hausmauern integriert, halbeingestürzte Mauern wieder aufgebaut, Dach drüber – und fertig. Unsere Reise geht aber noch weiter in die Vergangenheit zurück: wir durchqueren das Gebiet der Leja, einer wild zerklüfteten Vulkanlandschaft, die von dem bis zu 1803 hohen Gebirgsstock des Jebel Al Arab (oder auch Jebel ad Druz) mit seine Vulkankegeln überragt wird. Hier sind wir im Siedlungsgebiet der Drusen, die nach ihrer eigenen Überlieferung von den Jemeniten abstammen und in frühchristlicher Zeit aus dem Irak in dieses Gebiet einwanderten. Ihre Religion besteht übrigens aus einer Mischung aus Islam, Christentum, alten Philosophien und persischen Magismus. Sie halten bis heute ihre Religion aber geheim und sprechen nicht über ihre Riten und Glaubenslehren, so berichtet zumindest unser Reiseführer. Wir verlassen das Land der Drusen und fahren weiter nach Damaskus – hier erwartet uns das typische Chaos einer arabischen Großstadt: nach etlichen Schweißausbrüchen und entnervendem Suchen auf unserem Stadtplan (wo sind wir hier eigentlich), heißt es für uns nur noch: raus aus Damaskus. Wir flüchten uns in Barada-Tal, einem beliebten Naherholungsgebiet der Damaszener.








10.05.2009
Aramäisch für Anfänger…
Unser heutiges Ziel war ein Besuch des Dorfes Maalula, das manche für das schönste Dorf Syriens halten. Um tatsächlich, die wie Schwalbennester in den fast senkrechten Felsen des Antilibanons klebenden Häusern sind beeindruckend. Ebenfalls im Felsen sitzt das griechisch-orthodoxe Frauenkloster Mar Taqla, das der heiligen Tekla (Taqla) geweiht ist. Eine Quelle, die in einer Höhle am Felshang über dem Kloster entspringt, soll Heilkräfte haben. Auf dem 1700 m hohen Bergkamm über dem Dorf sitzt das Kloster Mar Sarkis. Ebenfalls ein griechisch-orthodoxes Kloster, das Sergios und Bachus geweiht ist. Ein freundlicher Mönch ist begeister, dass wir aus Bayern kommen (er war schon in Traunstein) und kredenzt uns gleich den süßen Maalula-Fruchtwein, der hier von den Mönchen hergestellt wird. Die Besonderheit dieses Dorfes und dieses Kloster ist aber, dass die älteren Bewohner noch die Sprache Jesu, Aramäisch, sprechen. Wir fragen natürlich gleich bei unserem freundlichen Mönch nach und er erklärt uns dass, zum Beispiel, „gut“ auf aramäisch „kais“ heißt. Moment mal, das haben wir doch in Ägypten schon überall gehört: „kullu qais“ = alles gut! Der Mönch ist begeister: ja, die Ägypter haben im Dialekt tatsächlich das Wort aus dem Aramäischen übernommen. Zufrieden mit unseren Sprachkenntnissen und um eine Cassette mit dem Vaterunser auf Aramäisch reicher, ziehen wir weiter…






Fortsetzung folgt!